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Santa Cruz

English friends, please scroll down after the pictures 😉

Passend zu Weihnachten gibt es eine kleine Geschichte, wie sich zwei einsame Schweizer durch das grosse lange Tal des Santa Cruz geschlagen haben. Der Santa Cruz Trek ist eine gut 45 Kilometer lange Route nahe von Huaraz, die bei ca. 3000 Höhenmetern anfĂ€ngt, ĂŒber einen 4750 Meter hohen Pass fĂŒhrt und dann durch ein Tal zwischen den höchsten Bergen Perus endet. Da wir nach dem Salkantay Trek etwas genug von gefĂŒhrten Treks hatten, haben wir uns dafĂŒr entschieden den Trek alleine zu machen. Durch einen anderen Blogeintrag, haben wir eine Route entdeckt, die den Trek in die entgegengesetzte Richtung macht und noch die berĂŒhmte Lagune 69 in fĂŒnf Tagen miteinbezieht. Mehr ist immer besser, und so haben wir uns voll bepackt mit Camping Material und Essen fĂŒr fĂŒnf Tage auf den Weg gemacht.

Der erste Tag fĂŒhrte in umgekehrter Reihenfolge zuerst durch das lange Tal zwischen den grossen Bergen. Nach kurzer Zeit mussten wir feststellen, dass unser GepĂ€ck etwas schwerer als gedacht war, was die ersten 16 Kilometer zu ein richtigen Kampf machten. Die sieben Liter Wasser waren dabei bestimmt keine grosse Hilfe und wieder einmal wĂŒnschte ich mir eine leichtere Kamera und hinterfragte das ewige mitnehmen meiner Drohne. Das Zelt war schnell aufgebaut, da kamen die ersten Esel uns besuchen und wollten auch etwas von unserem Essen haben. Doch die vier streunenden Hunde, die sich uns angeschlossen hatten, verteidigten uns brav und so konnten wir in Ruhe unser Essen geniessen.

Der zweite Tag fĂŒhrte zu einer abgelegenen Lagune ein bisschen höher gelegen. Dies war (zum GlĂŒck) das erste und einzige Mal, dass wir auf dem ganzen Trek in den Regen geraten sind. Der Bergsee war sehr eindrĂŒcklich, doch die ganze Landschaft darum herum ĂŒbertraf sogar den Bergsee. Die vielen TotenschĂ€del, die man auf dem Weg findet zeugen von der sehr wilden Natur hier und wir waren bis jetzt keiner Menschenseele begegnet. Nach dem Regen kam wieder etwas die Sonne und wir konnten noch einige Höhenmeter des Aufstiegs hinter uns bringen, bevor wir dann mit Ausblick zurĂŒck ins Tal unser Nachtlager aufschlugen.

Nach einer verhĂ€ltnismĂ€ssig warmen Nacht auf 4100 Metern, hiess es am Morgen die gut 650 Höhenmeter hoch zum Punta Union zu ĂŒberwinden. Wir wussten, dass wir an diesem Tag 21 Kilometer zu bewĂ€ltigen haben, doch irgendwie haben wir das nicht so ernst genommen und uns sehr viel Zeit gelassen und immer wieder die Natur bewundert. So soll es auch sein, doch als wir dann um 14:00 Uhr feststellten, dass wir immer noch 14 Kilometer zu gehen haben, mussten wir einmal leer schlucken. Meine Knie waren wieder ganz schön lĂ€diert vom Runterlaufen, was nicht gerade förderlich war fĂŒr unser Vorhaben. Als wir um 18:30 das erste Dorf erreichten, mussten wir immer noch gute 5 Kilometer zurĂŒcklegen und das letzte gemĂŒtliche Nachtlager lag schon weit zurĂŒck. Es ging also nur noch nach Vorne. Um 19:30 kamen wir in Vaqueria an, von wo wir eigentlich gerne einen Bus nach Cebollapampa genommen hĂ€tten, da wir am NĂ€chsten Tag von dort aus zur Lagune 69 hochwollten. Doch alle Personen sagten uns nur die ganze Zeit, dass wir doch sehr spĂ€t unterwegs seien und es keine Busse mehr dorthin gĂ€be. Das war dann auch tatsĂ€chlich so der Fall und ein einheimischer fing uns ab und hat uns ein Bett fĂŒr 5 CHF (15 Soles) angeboten. Nachts um 3:30 Uhr sollte dann ein Bus kommen und uns mitnehmen. Wir nahmen das Angebot dankend an und genossen unser Milchreis und ein kĂŒhles Bier.

Aussergewöhnlich pĂŒnktlich war der Bus da und nahm uns mit auf eine zweistĂŒndige Fahrt ĂŒber eine der schlimmsten Strassen, die ich je gesehen hatte. Wir waren zwei Personen zu viel, darin, wodurch es doch ziemlich muffig und eng war. 5:30 Uhr wurden wir dann im Dunkeln rausgeworfen und hatten keine Ahnung wo wir wirklich waren. Der Fahrer deutete Richtung Berg und sagte «Lagoon, lagoon!» und fuhr davon. Da es noch dunkel und leicht regnerisch war, hatten wir keine andere Wahl, als dessen Deutung zu folgen und liefen in die angegebene Richtung. Wir versteckten die RucksĂ€cke im Tal und marschierten die gut 8 Kilometer hoch zum Bergsee. Wir spĂŒrten jeden bereits geloffenen Kilometer des Treks in unseren Beinen. Nach gut zwei Stunden waren wir auf einer Anhöhe wo sich ein kleiner See mit einem Schild befand und dachten das wĂ€re es jetzt gewesen. Doch bei nĂ€herem Betrachten konnten wir auf dem Schild «Lagoon 69, una hora» lesen und hatten doch ein kleines Zwischentief. Erst recht als wir sahen, wie weit weg der Punkt war. Aber auch diese Stunde ging vorbei und wir wurden mit einem einzigartigen Ausblick auf die Lagune belohnt und konnten den Ort fĂŒr ĂŒber zwei Stunden fĂŒr uns alleine geniessen. Als wir uns gegen Mittag auf den RĂŒckweg machten, trauten wir unseren Augen nicht, als wir einer Völkerwanderung begegneten. Über 100 Menschen kamen uns entgegen und die waren nicht minder ĂŒberrascht uns schon runterlaufen zu sehen und alle wollten sie wissen, ob sich die Strapazen lohnen und wie lange es denn noch sei bis ganz nach oben. Nach also gut 4 Tagen beinahe ohne einen anderen Menschen zu sehen, war dies dann doch ein harter Kontrast.

Nach einer langen Busfahrt zurĂŒck nach Huaraz machten wir uns bereit fĂŒr die Abreise am nĂ€chsten Tag Richtung Huanchaco, welches sich im Norden von Peru an der KĂŒste befindet. Hier durften wir unsere ersten Surferfahrungen in Peru sammeln und haben uns nun eine Weihnachtspause im wunderschönen ATMA Hostel gegönnt. Gestern an Heiligabend, gab es ein unglaublich schönes Fest mit all den Hostelbewohnern, die ĂŒber die letzten Tage wie eine kleine Familie fĂŒr uns geworden sind.

Morgen am 26.12.2017 geht es weiter nach Mancora, ein weiterer berĂŒhmter Sorfspot von Peru. Wir wĂŒnschen allen noch eine schöne Weihnachten und einen guten Rutsch ins nĂ€chste Jahr!

 

Matching Christmas, there is a little story of how two lonely Swiss have beaten through the great long valley of Santa Cruz. The Santa Cruz Trek is a good 45-kilometer route that starts at about 3000 meters altitude, passes over a 4750 meter high pass and then ends in a valley between the highest mountains in Peru. Since we had enough of guided treks after Salkantay Trek, we decided to do the trek alone. Through another blog, we have discovered a route that takes the trek in the opposite direction and still includes the famous Lagoon 69 in five days. More is always better, and so we have packed our camping gear and food for five days.

The first day led in reverse order first through the long valley between the big mountains. After a short time we realized that our luggage was a bit heavier than expected, which made the first 16 kilometers a real fight. The seven liters of water were certainly not much help and once again I wished for a lighter camera. The tent was set up quickly when the first donkeys came to visit us and wanted to have some of our food. But the four stray dogs that had joined us, defended us well and so we could enjoy our food in peace.

The second day led to a secluded lagoon a bit higher up. This was (fortunately) the first and only time we got into the rain during the whole trek. The mountain lake was very impressive, but the whole landscape around it even surpassed the mountain lake. The many skulls you find on the way testify to the very wild nature here and we have not met any human soul. After the rain came a bit the sun and we could still bring some altitude of the climb behind us, before we opened our camp with a view back to the valley.

After a relatively warm night at 4100 meters, it was said in the morning to overcome the well 650 meters high to Punta Union. We knew we had 21 kilometers to tackle that day, but somehow we did not take it so seriously and took a lot of time to admire nature. That’s the way it should be, but when we realized at 14:00 clock that we still have 14 kilometers to go, we had to swallow empty. My knees were again pretty damaged from running down, which was not conducive to our project. When we reached the first village at 18:30, we still had to cover a good 5 kilometers and the last comfortable night camp was already far behind. So it was only forward. At 19:30 we arrived in Vaqueria, from where we would really like to take a bus to Cebollapampa, as we wanted to hike the next day from there to the lagoon 69. But all the people just told us the whole time that we are very late and there are no more buses there. That was indeed the case and a local caught us and offered us a bed for 5 CHF (15 soles). At 3:30 o’clock at night a bus should come and take us. We gratefully accepted the offer and enjoyed our rice pudding and a cold beer.

Exactly on time, the bus was there and took us on a two-hour drive on one of the worst roads I had ever seen. We were two too many in it, which made it pretty stuffy and tight. 5:30 clock we were then thrown out in the dark and had no idea where we really were. The driver pointed to the mountain and said, „Lagoon, lagoon!“ and drove away. Since it was still dark and slightly rainy, we had no choice but to follow its interpretation and ran in the direction indicated. We hid the rucksacks in the valley and marched the good 8 kilometers up to the mountain lake. We felt every kilometer of the trek already in our legs. After about two hours we were on a hill where there was a small lake with a sign and thought it would have been now. But on closer inspection, we could read on the sign „Lagoon 69, una hora“ and yet had a small intermediate low. Especially when we saw how far away the point was. But also this hour passed and we were rewarded with a unique view of the lagoon and could enjoy the place for more than two hours for us alone. When we made our way back around noon, we did not believe our eyes when we encountered a migration of peoples. Over 100 people came to meet us and they were no less surprised to see us running down and everyone wanted to know if the hard work was worthwhile and how long it was to reach the top. After a good 4 days almost without seeing another person, this was a tough contrast.

After a long bus ride back to Huaraz, we got ready to leave the next day for Huanchaco, which is located in the north of Peru on the coast. Here we were able to collect our first surfing experience in Peru and have now taken a Christmas break in the beautiful ATMA hostel. Yesterday on Christmas Eve, there was an amazingly nice celebration with all the hostel dwellers who have become like a small family for us over the last few days. Tomorrow on 26.12.2017 we will continue to Mancora, another famous Sorfspot of Peru. We wish you all a Merry Christmas and a Happy New Year!